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Maik Rudolf

Entkalkungsanlage fuers Eigenheim - Lohnt sich eine Anschaffung

Der Härtegrad von Wasser wird vom Gehalt an Magnesium und Calcium darin bestimmt. Je mehr der Mineralstoffe darin gelöst sind, desto härter ist das Wasser. Während die gelösten Mineralien an sich nicht schlecht oder schädlich für die Gesundheit sind, können sie zum Problem für diverse Haushaltsgeräte werden. Dort lagert sich Kalk gerne ab und sorgt für einen erhöhten Verschleiß sowie einen erhöhten Energieverbrauch. Je nach Härtegrad kann sich für Hausbesitzer daher die Anschaffung einer Enthärtungsanlage lohnen.


Wie funktioniert eine Entkalkungsanlage?

Die Aufgabe einer Entkalkungsanlage im Haus ist die Aufbereitung des Trinkwassers. Wer wie knapp die Hälfte aller deutschen Haushalte hartes Leitungswasser aus den Wasserwerken empfängt, hat mitunter mit den Problemen von sehr kalkhaltigem Wasser zu kämpfen. Das Wasser ist zwar genießbar, doch hinterlässt es unschöne Rückstände auf Armaturen und Duschköpfen, die sich nur schwer entfernen lassen. Der Einbau einer Enthärtungsanlage lohnt sich vorwiegend für Einfamilienhäuser, da die Installation direkt am Wasseranschluss erfolgt. Auf diese Weise wird sämtliches Wasser, welches durch die Hausleitungen fließt, von überflüssigem Kalk befreit.


Was sagt der Härtegrad über das Wasser aus?

Der Härtegrad ist abhängig von zwei Faktoren: Dem Anteil an Magnesiumverbindungen im Wasser und dem Anteil an Calciumverbindungen im Wasser. Von weichem Wasser ist dann die Rede, wenn der Härtegrad des Wassers zwischen 0 und 7 Grad deutscher Härte liegt. Als hart wird Wasser dann bezeichnet, wenn der Härtegrad zwischen 14 und 21 Grad deutscher Härte liegt. Genauere Informationen über den vorliegenden Härtegrad Ihres Wassers kann Ihnen das zuständige Wasserwerk oder die Gemeinde liefern.


Wie schädlich ist kalkhaltiges Wasser?

Grundsätzlich ist Kalk im Wasser nicht gesundheitsschädlich. Sowohl Magnesium als auch Kalzium sind wichtige Mineralstoffe für den menschlichen Körper, die unter anderem am Aufbau von Zähnen und Knochen beteiligt sind. Vielmehr leidet der Geschmack unter dem vermehrten Vorkommen der Mineralstoffe. Auch die weißen Flecken auf Bad-Armaturen sind keineswegs schädlich für die Legierungen. Allerdings lagert sich Kalk gerne in Wasch- und Spülmaschinen, Filtern, Leitungssystemen und Wasserkochern ab. Die Folgen sind eine geringere Lebensdauer, ein erhöhter Energieverbrauch sowie ein erhöhter Verbrauch von Wasch- und Spülmitteln.



Wann lohnt sich die Anschaffung einer Weichwasseranlage?

Im Vergleich kann eine durchschnittliche Entkalkungsanlage im Haus pro Tag in etwa 150 Liter Wasser aufbereiten. Die Installation einer Anlage ist demnach dann sinnvoll, wenn es sich um ein Ein- oder Zweifamilienhaus handelt. Natürlich lohnt sich eine Anschaffung nur dann, wenn das Wasser einen Härtegrad von über 14 Grad deutscher Härte besitzt. Während der Geschmack von hartem Wasser nicht sonderlich negativ auffällt, kann hartes Wasser hohe Kosten durch Verschleiß diverser Haushaltsgeräte verursachen. Preislich liegt eine Weichwasseranlage zwischen 500 und 3.000 Euro - abhängig von der Funktion und Leistungsfähigkeit des Systems. Pro Monat werden knapp 5 Euro an Betriebskosten fällig. Da Kalkablagerungen schnell Schäden im vierstelligen Bereich verursachen können, amortisieren sich die Kosten für eine Enthärtungsanlage binnen weniger Jahre.


Welche Arten von Entkalkungsanlagen gibt es?

Man unterscheidet grob zwischen Umkehrosmose-Anlagen und Ionenaustausch-Anlagen. Die Funktionsweise von herkömmlichen Weichwasseranlagen basiert auf dem Prinzip des Ionenaustausches. Das Wasser durchläuft im System einen Filter, welcher Magnesium-Ionen und Calcium-Ionen auffängt und durch unschädliche Natrium-Ionen austauscht. Enthärtungsanlagen dieser Art benötigen spezielle Austauschharze, um zu funktionieren. Sobald das in den Harzen enthaltene Natrium aufgebraucht ist, muss neues Salz hinzugefügt werden. Während der automatischen Reinigung und Regenerierung des Systems kann die Anlage kein weiches Wasser zur Verfügung stellen.

Umkehrosmose-Anlagen hingegen sind deutlich teurer in der Anschaffung und verursachen höhere Betriebskosten. Sie filtern nicht nur den Kalk, sondern sämtliche Schadstoffe aus dem Wasser. Da die Trinkwasserqualität in Deutschland allerdings ausgezeichnet ist, lohnt sich die Anschaffung einer Umkehrosmoseanlage nur in seltenen Fällen.


Verantwortlich für diesen Beitrag: Maik Rudolf