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Maria Capobianco

Flip Flops am Steuer: Ein Fall fuer die Versicherung

Kaum werden die Tage wieder etwas wärmer, entledigen sich viele Menschen ihres festen Schuhwerks und wechseln in die bequemen Flip Flops. Sie sind luftig, so dass der Fuß nicht schwitzt. Gerade bei hohen Temperaturen ist das angenehm. Wer allerdings mit Flip Flops Auto fährt und einen Unfall verursacht, muss sich unter Umständen auf Schwierigkeiten einstellen. Es kann sein, dass die Kraftfahrzeugversicherung nicht für den Schaden aufkommt oder eine Mithaftung des Autofahrers geltend macht. Abhängig von der Höhe des Schadens kann es für den Autofahrer also teuer werden, wenn er beim Fahren nicht das geeignete Schuhwerk trägt. Wie ein Autounfall bei tragen von Flip Flops versicherungstechnisch geahndet wird, erfährt man unter https://www.testsieger-berichte.de/2016/05/24/autounfall-versicherung-zahlt-auch-bei-tragen-von-flip-flops/.


Die Frage nach der Fahrlässigkeit

Grundsätzlich handelt es sich beim Autofahren mit luftigen Flip Flops nicht um eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße oder mit Punkten in Flensburg bestraft wird. Trotzdem kann der Kfz-Versicherer Schwierigkeiten machen, wenn ein Unfall passiert. Im schlimmsten Fall riskiert der Fahrer, dass die Vollkaskoversicherung nicht greift und eine Regulierung des Schadens am Fahrzeug ablehnt. Das kann passieren, wenn der Fahrer durch sein Verhalten grob fahrlässig handelt. Juristisch gesehen liegt Fahrlässigkeit vor, wenn man die Sorgfaltspflicht in ungewöhnlich hohem Maß vernachlässigt hat. Diese Einrede kann der Kfz-Versicherer seinem Versicherten also entgegen halten und damit die Regulierung eines Schadens am Wagen ganz oder teilweise verweigern.

Aufnahme in den Versicherungsschutz empfehlenswert

Einige Kfz-Versicherer gehen dazu über, den Verzicht auf die Einrede grober Fahrlässigkeit zum Gegenstand der Versicherungsbedingungen zu machen. In diesem Fall ist diese Klausel ein Bestandteil der Tarifbedingungen, sie ist dort schriftlich verankert. Für den Autofahrer bedeutet das, dass der Versicherer ihm nicht das Argument entgegen hält, die geltenden Sorgfaltspflichten nicht beachtet zu haben. Gerade beim Fahren mit leichtem Schuhwerk bedeutet das, dass die Schadensregulierung im Versicherungsschutz vorgesehen wäre. In hochwertigen Tarifen mit einem umfangreichen Versicherungsschutz ist diese Klausel üblicherweise enthalten. Als Autofahrer ist man gut beraten, die Versicherungsbedingungen zu prüfen. Sofern der Versicherer auf die Einrede der groben Fahrlässigkeit verzichtet, muss man den Tarif nicht unbedingt wechseln. Anderenfalls empfiehlt sich eine Prüfung, ob vielleicht ein Wechsel des Tarifs oder der Versicherung angebracht ist.

Bei einem Unfall kommt es zum Bußgeld

Nach einem Urteil des Oberlandesgerichts Bamberg kann ein Bußgeld verhängt werden, wenn ein Autofahrer Flip Flops trägt und einen Unfall verursacht. Die Ursache des Unfalls muss dann direkt mit dem Schuhwerk zusammenhängen und auf falsche Schuhe zurückzuführen sein. Eine weitere Voraussetzung ist, dass der Fahrer privat mit dem Auto unterwegs ist. Andere Vorschriften gelten für Fahrer, die gewerblich fahren. Diese Fahrer unterliegen den Unfallverhütungsvorschriften, deshalb sind sie verpflichtet, festes Schuhwerk zu tragen. Ihnen drohen Schwierigkeiten, selbst wenn sie keinen Unfall verursachen. Obwohl Flip Flops bei privaten Fahrten also durchaus erlaubt sind und ohne Unfall keine Schwierigkeiten zu erwarten sind, sollte man als Autofahrer im eigenen Interesse umsichtig handeln und beim Fahren feste Schuhe tragen. Wer seinen Sorgfaltspflichten nachkommt, ist auf der sicheren Seite, selbst wenn es nicht zu einem Unfall kommt. Mit einer rutschsicheren Sohle hat man auch beim plötzlichen Bremsen genügend Halt, um das Fahrzeug sicher zum Stehen zu bringen.


Verantwortlich für diesen Beitrag: Maria Capobianco