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Ferdiand Hauer

Gebaeudeversicherung: Optimierungen bei allen Versicherern

Versicherungsexperten bemängeln seit Jahren, dass die Gebäudeversicherung eine defizitäre Versicherungssparte ist. Als größtes Problem stellen sich Leitungswasserschäden heraus. Jetzt stellte die HUK-Coburg auf einer Fachkonferenz ein Konzept zur schnellen Behebung von Leitungswasserschäden vor. Die Maßnahme ist eine von mehreren Schritten, mit denen die Gebäudeversicherer ihr Schadensmanagement verbessern und die Kosten reduzieren wollen. An welchen Vorschlägen die Versicherer im Augenblick arbeiten, zeigt ein aktueller Test des Bundesverbands Deutscher Versicherungskaufleute. Mit was für Kosten generell bei der Gebäudeversicherung gerechnet werden muss, erfährt man auf http://www.xn--gebudeversicherungtest-24b.de/

HUK-Coburg mit neuem Handwerker-Netz
Die HUK-Coburg ist eine der Gesellschaften, die ihr Schadensmanagement verbessert hat und die damit auch an der Kostenstruktur in der Gebäudeversicherung gearbeitet hat. Rund 40 Prozent der Leitungswasserschäden werden über das firmeneigene Handwerker-Netz reguliert. Der Service wird von den Kunden gut angenommen, wie die Gesellschaft im Rahmen einer Fachkonferenz in Köln gerade bestätigte. Das Angebot wird im Durchschnitt mit „Gut“ bewertet, die Weiterempfehlungsrate liegt bei 96 Prozent. Zwar gibt es noch keinen „Werkstatttarif“, wie man ihn aus der Kraftfahrzeugversicherung kennt, doch genau über diesen Ansatz denkt man bei dem Versicherer gerade nach. Das Handwerker-Netz könnte ein Vorläufer eines solchen Tarifs sein. Mit über 55.000 Schäden allein im Leitungswasserbereich zeigt sich der Versicherer attraktiv genug als Partner für Handwerkerbetriebe, denn jeder Betrieb habe im vergangenen Jahr zwischen 70 und 120 Aufträge zur Regulierung erhalten. Das Handwerker-Netz arbeitet flächendeckend, auch eine Kooperation mit anderen Versicherern könnte attraktiv sein.


Andere Versicherer ebenfalls mit Potenzial
Der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) fand in einer Umfrage unter 1.000 Versicherungsvermittlern heraus, dass auch weitere Gebäudeversicherer an Verbesserungen arbeiten. Im Vordergrund steht die Profitabilisierung. Demnach werden von knapp 90 Prozent der Vermittler Maßnahmen beobachtet, die explizit auf die Sanierung des vorhandenen Gebäudeversicherungsbestands abzielen. In der Ausgabe 10/2015 der Verbandszeitschrift „Versicherungsvermittlung“ geht man konkret auf die Ergebnisse der Untersuchung ein. Als sehr wegweisend erweisen sich offenbar automatische Abläufe, die nach einer Vertragskündigung entstehen. Mit 95 Prozent gehen auch Sanierungsmaßnahmen stark in den Bereich mit Optimierungspotenzial ein. Möglichkeiten sind hier eine Erhöhung von Selbstbehalten und Versicherungsprämien sowie eine Umstellung auf aktuelle Versicherungsbedingungen.

Optimierungen bei allen Anbietern erforderlich
Im Test wurde bisher nicht bekannt, welche Gesellschaften im Einzelnen mit welchen Maßnahmen aufwarten. Doch offenbar macht sich über die gesamte Versicherungssparte hinweg ein Trend bemerkbar, nachdem man an Optimierungen arbeitet. Die Versicherungsvermittler gaben in der Befragung an, dass bei nahezu allen Versicherern an interessanten Maßnahmen zur schnelleren Schadensregulierung oder Vertragsbearbeitung gearbeitet wird. Das scheint vor dem Hintergrund der Kostensituation in der Gebäudeversicherung auch dringend nötig zu sein. Wenn das gegebene Potenzial ausgenutzt werden kann, könnte die Gebäudeversicherung in den kommenden Jahr wieder auf ein solides finanzielles Fundament gestellt werden und Vorreiter für weitere schadensträchtige Versicherungssparten sein. Gerade Bereiche mit einem aufwändigen Schadensmanagement könnten davon profitieren, wenn Schäden und Vertragsänderungen in Zukunft effektiver bearbeitet werden.


Verantwortlich für diesen Beitrag: Ferdiand Hauer