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Babara Meyer

Insolvenzvertsteigerungen anschaulich beschrieben

Insolvenzvertsteigerungen anschaulich erklärt. Eine Privatperson oder ein Unternehmen kann ausstehende Verbindlichkeiten nicht mehr fristgerecht an den oder die Gläubiger zurückzahlen. Mögliche Verbindlichkeiten bei Privatpersonen können sein: Darlehnskosten für eine Immobilie können nicht mehr getilgt werden. Mögliche Verbindlichkeiten bei Unternehmen können sein: Forderungen von Gläubigern, Mitarbeiterlöhne und -gehälter, sonstige Unternehmens- und Betriebskosten.


Grobes Allgemeinverständnis

Um ein grobes Allgemeinverständnis, sowohl für Privatpersonen als auch Unternehmen, zu bekommen, kann Folgendes gesagt werden. Der oder die Gläubiger sind zu keinen Zugeständnissen bereit. Sie sind also weder zu einer Verlängerung des Zahlungsziel noch einer einer Verringerung der Zahlungslast oder sonstigen Erleichterung für den Schuldner bereit. In diesem Fall stellt das betroffene Unternehmen bei dem zuständigen Amtsgericht (in dessen Bezirk es auch ein Landgericht geben muss) einen Insolvenzantrag. Nach einer ersten Prüfung kann bereits vor der offiziellen Eröffnung des Insolvenzverfahrens ein sogenannter vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt werden. Nach der gerichtlichen Beschlussfassung wird ein Insolvenzverwalter (wahlweise auch Fachanwalt für Insolvenzrecht) eingesetzt. Im Laufe seiner Tätigkeit kann es vorkommen, dass er es für ausgeschlossen hält, den Geschäftsbetrieb des Schuldners aufrecht zu halten. Ein letzter Lösungsansatz ist dann eine Insolvenzversteigerung.

Das Ziel einer Insolvenzversteigerung ist es, einen Ertrag zu erzielen, der die Verbindlichkeiten des Schuldners zu einem bestimmten Teil decken kann und an die Gläubiger, entsprechend einem rechtlich festgesetzten Verteilungsschlüssel, weitergeleitet wird.

Arten von Insolvenzversteigerungen

Bei Privatpersonen gehören üblicherweise Immobilien zu den Gegenständen, die in einer Insolvenzversteigerung, hier auch als Zwangsversteigerung bezeichnet, veräußert werden. Dies können Eigentumswohnungen, verschiedene Formen von Häusern (Einfamilien-, Mehrfamilien-, Reihenhäuser, ...) oder verschiedene Grundstücksarten sein.

Bei Unternehmen richten sich die Werte, die sich für eine Insolvenzversteigerung eignen nach dem, was auf der Aktivseite der Bilanz steht. Konkret sind dies die einzelnen Posten des Anlage- und Umlaufvermögens. Im Detail sieht dies wie folgt aus.

Anlagevermögen: 1. Immaterielle Vermögensgegenstände; 2. Grundstücke und Bauten; 3. Technische Anlagen und Maschinen; 4. Fahrzeuge und Fuhrpark; 5. Ladeneinrichtung; 6. Betriebs- und Geschäftsausstattung; 7. Finanzanlagen.

Umlaufvermögen: 1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe; 2. Unfertige Erzeugnisse; 3. Fertige Erzeugnisse; 4. Handelswaren; 5. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen; 6. Sonstige Forderungen; 7. Postgiroguthaben; 8. Bankguthaben; 9. Kasse.

Bei dem Anlage- und Umlaufvermögen ist die oben angegebene Nummerierung wichtig. Denn sie gibt über den Grad der Flüssigkeit Auskunft. Gemeint ist damit die Leichtigkeit, mit der diese Position veräußert werden kann.


Verantwortlich für diesen Beitrag: Babara Meyer