Blickwinkel - Portal
Sophia Zimmer

Pull-Prinzip: Vor- und Nachteile

Im Lean Management spielt das Pull-Prinzip eine entscheidende Rolle. Sie soll dafür sorgen, dass Just In Time produziert werden soll. Doch was bedeutet das eigentlich und was sind die Vor-und Nachteile? In diesem Artikel möchten wir die Einzelheiten näher beleuchten uns das Prinzip erklären.



Reduzierung von Verschwendung

Das Pull-Prinzip soll Verschwendung innerhalb der Produktion verhindern. Sobald dieses im Einsatz ist, kann nur dann mit neuer Arbeit begonnen werden, wenn eine konkrete Kundennachfrage besteht. Auf diese Weise können Ressourcen wie Lagerkosten oder Betriebskosten gespart werden.

Pull-Systeme gehören zu den sogenannten Lean-Methoden. Diese wurden in den vierziger Jahren bereits entwickelt. Der Ansatz besagt, dass neue Arbeit nur dann angestoßen wird, wenn ein Bedarf dafür entsteht. So lässt sich vermeiden, dass Produkte nicht mithilfe von Prognosen produziert werden, sondern aufgrund von Nachfrage. So entsteht Zeit, die dafür genutzt werden kann, verschwenderische Produktionsprozesse zu vermeiden. Es entstehen keinerlei über Überbestände und Arbeit kann in der Regel pünktlich erledigt werden.

Die Push-Strategie hingegen konzentriert sich darauf, im Voraus auf eine prognostizierte Nachfrage zu produzieren. Oftmals stimmt diese Prognose nicht mit der tatsächlichen Nachfrage überein. Das kann auf kurz oder lang zu größeren Finanzlöchern führen.

Dieses Prinzip heißt Just In Time. Im Gegensatz zu dem Prinzip Just In Case konzentriert es sich nicht darauf, sich für die Zukunft abzusichern und übermäßig viel zu produzieren.

Was sind die Vorteile und Nachteile eines Pullsystems?

Das Pullsystem hat den Vorteil, dass sich Mitarbeiter auf einzelne Bereiche konzentrieren können. Das liegt daran, weil sie nicht in mehreren Bereichen gleichzeitig arbeiten müssen. Auf diese Weise können sich Mitarbeiter schnell unerwarteten Ereignissen anpassen, die während des Arbeitsprozesses entstehen. Außerdem kann so die optimale Kapazität aus den Teams herausgeholt werden. Zudem werden Aufgaben in der Regel viel schneller erledigt, da dieses Pull-Prinzip den Fokus stärkt und Ablenkungen vermeidet.


Letztlich lässt sich so die Verschwendung von Ressourcen minimieren und die Produktivität steigern. Es kommt zu einer verbesserten Flow-Effizienz. Für Unternehmen gibt es zahlreiche Software, wie hier, um diesen Ansatz effizient umzusetzen.

Bei der Firma Apple wird das Pullsystem beispielsweise seit Jahren erfolgreich angewendet. Jeder kennt die langen Schlangen, die vor den Apple-Stores entstehen, wenn ein neues Produkt herauskommt. Apple konzentriert sich nämlich nicht darauf, eine Nachfrage zu prognostizieren, sondern wartet erst ab, bis sich die Nachfrage einstellt. Anschließend wird dann dementsprechend produziert. Dies führt zu einer hohen Kosteneffizienz.

Der Nachteil von Pullsystemen kann sein, dass der Kulturwandel mit Schwierigkeiten vonstattengeht. Denn Mitarbeiter müssen sich an die neue Unternehmenskultur gewöhnen, was eine bestimmte Zeit dauern kann. Zudem müssen Führungskräfte und Manager überzeugt sein und an einem Strang ziehen, um Überzeugungsarbeit zu leisten. Es fällt nicht immer leicht sich von produktionsorientierten Prozessen zu verabschieden. Dies führt unweigerlich zu inneren Widerständen, weil alles Neue erst einmal in Fleisch und Blut übergehen muss.

Zu dem erfordert Umstieg auf ein Pullsystem ein radikales Umdenken. Mitarbeiter müssen intensiv geschult werden, wenn es um komplexe Vorgänge geht. Damit ein Pullsystem bei einer Nachfrage tatsächlich effizient funktioniert, müssen alle Schritte der Produktion einstudiert sein und mühelos vonstattengehen.

Wie wird ein Pullsystem verwaltet?

In vielen unternehmerischen Bereichen können Pullsysteme heutzutage eingesetzt werden. Nicht nur in der Produktion ist dieses Prinzip vorteilhaft. Beispielsweise kann es auch im Workflow-Management eingesetzt werden, sodass Mitarbeiter nur dann Aufgaben erledigen, wenn die Kapazitäten dafür bereitstehen. Auf diese Weise wird verhindert, dass Teams unnötig überlastet werden.

Damit ein Pullsystem wirklich effizient Funk zu nähert, sind folgende Punkte von Bedeutung:

* Pull-Signale: Es muss klargestellt werden, welches die Signale sind, die zur Produktion bzw. zur Arbeit führen sollen. Dazu muss sich ein Überblick über die Arbeitsprozesse verschafft werden, um zu definieren, was als Pull-Signal gilt.

* Limits müssen festgelegt werden, damit klar definiert ist, wann eine Arbeit als erledigt gilt.

Viele Unternehmen setzen wie einst der Automobilhersteller Toyota auf ein Kanban-Board, um ein Pullsystem konkret umzusetzen. Dadurch können effiziente Arbeitsvorgänge erzielt werden. Kanban kann entweder klassisch per Wandtafel und mit Haftnotizen oder zeitgemäßer mit moderner Software zum Einsatz kommen.



Mein Twitter-Account +++ ALLES WISSENSWERTE unter einem Namen +++ Mirco “The Comet” Martin +++ PC-TREFF SAAR +++ Karatbars Gold +++ Faustkämpfer e.V. Idar-Oberstein +++ Twitter for Twitter +++ Andrea twittert +++ Senad Gashi, Profiboxer

Verantwortlich für diesen Beitrag: Sophia Zimmer